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Gesamtwirtschaftliche Zahlen 1999

Das Bruttoinlandsprodukt, der Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung, nahm nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 1999 gegenüber 1998 in Deutschland real um 1,4 % zu. Dies war ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum als im vorangegangenen Jahr (+ 2,2 %), es entsprach allerdings dem jahresdurchschnittlichen realen Zuwachs im Zeitraum 1991 bis 1998.

Bruttoinlandsprodukt in Deutschland:

Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2,2 %

– 1,1 %

2,3 %

1,7 %

0,8 %

1,5 %

2,2 %

1,4 %

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 1999 von 36,10 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 104 000 Personen (+ 0,3 %) mehr als im Jahresdurchschnitt 1998. Gleichzeitig sank im Berichtsjahr die Anzahl der Erwerbslosen um 144 000 Personen (– 3,9 %) auf knapp 3,57 Mill. Personen. Der Anteil der Erwerbslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen verringerte sich von 9,4 % im Jahr 1998 auf 9,0 % im Jahresdurchschnitt 1999.

Die Produktivität, also das Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1995 je Erwerbstätigen, stieg 1999 in Deutschland um 1,1 %. Die Lohnkosten (Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer) nahmen um 1,9 % zu. Die Lohnstückkosten (Verhältnis Lohnkosten zu Produktivität) erhöhten sich folglich um 0,8 %; in den beiden vorangegangenen Jahren hatten sie abgenommen (1997: – 0,8 %; 1998: – 0,4 %).

Die Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts zeigt, daß die stärksten Wachstumsimpulse von den Bereichen Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister ausgingen, deren Wertschöpfung 1999 real um 3,8 % über dem Vorjahreswert lag. Auch Handel, Gastgewerbe und Verkehr legten überdurchschnittlich zu (+ 2,5 %). Dagegen erhöhte sich die reale Wertschöpfung des Produzierenden Gewerbes ohne Baugewerbe lediglich um 0,9 %, die der öffentlichen und privaten Dienstleister nur um 0,1 % und die Wertschöpfung des Baugewerbes ging real um 0,9 % zurück.

Auf der Verwendungsseite wiesen 1999 die privaten Konsumausgaben (+ 2,0 %), die Ausrüstungsinvestitionen (+ 5,1 %) und die Investitionen in sonstige Anlagen (+ 9,4 %) die stärksten realen Zuwächse auf. Dagegen nahmen die Konsumausgaben des Staates (früher Staatsverbrauch) nur wenig zu (+ 0,3 %) und die Bauinvestitionen gingen etwas zurück (- 0,2 %). Auch der reale Außenbeitrag fiel im Jahr 1999 um rund 18 Mrd. DM geringer aus als im Vorjahr, da die Importe real stärker zunahmen (+ 5,8 %) als die Exporte (+ 3,8 %).

In jeweiligen Preisen waren 1999 das Bruttoinlandsprodukt mit 3 872 Mrd. DM (1 980 Mrd. Euro) um 2,3 % und das Bruttonationaleinkommen (früher Bruttosozialprodukt) mit 3 834 Mrd. DM (1 960 Mrd. Euro) um 2,1 % höher als 1998. Die unterschiedliche Veränderung von Inlandsprodukt und Nationaleinkommen resultiert aus dem Rückgang der per saldo aus der übrigen Welt empfangenen Primäreinkommen um 8 Mrd. DM; Hauptgrund hierfür waren die höheren an das Ausland geleisteten Vermögenseinkommen.

Das Volkseinkommen nahm 1999 gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % auf 2 863 Mrd. DM (1 464 Mrd. Euro) zu. Das war der schwächste Anstieg seit dem Jahr 1993 (+ 1,1 %). Ausschlaggebend für die im Vergleich zur Zunahme des Nationaleinkommens deutlich geringere Zuwachsrate des Volkseinkommens im Jahr 1999 war der kräftige Anstieg der an den Staat geleisteten Produktionsabgaben infolge der Einführung der Ökosteuer. Je Einwohner betrug das Volkseinkommen 34 900 DM bzw. 17 800 Euro (+ 1,3 %). Das Volkseinkommen umfaßt das Arbeitnehmerentgelt (früher Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit) und die Unternehmens- und Vermögenseinkommen. Im Jahr 1999 stieg das Arbeitnehmerentgelt gegenüber dem Vorjahr um 2,1 % auf 2 044 Mrd. DM und damit stärker als 1998 (+ 1,6 %). Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen gingen im Berichtsjahr um 0,4 % auf 818 Mrd. DM zurück, nachdem sie in den Jahren seit 1994 stärker als das Volkseinkommen zugenommen hatten. Der Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen (Lohnquote) nahm von 70,9 % im Jahr 1998 auf nunmehr 71,4 % zu.

Die Bruttolöhne und –gehälter beliefen sich 1999 auf 1 641 Mrd. DM, das waren 2,2 % mehr als im Vorjahr. Die nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialbeiträgen der Arbeitnehmer verbleibenden Nettolöhne und –gehälter erhöhten sich um 1,7 % auf 1 039 Mrd. DM.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg mit 2,1 % (+ 50 Mrd. DM) auch im Berichtsjahr weniger als die privaten Konsumausgaben, die sich 1999 gegenüber dem Vorjahr um 62 Mrd. DM (+ 2,8 %) auf 2 236 Mrd. DM erhöhten. Das Sparen ging entsprechend um 5,8 % auf 228 Mrd. DM zurück (Vorjahr: – 1,1 %) und die Sparquote verringerte sich von 10,0 % im Jahr 1998 auf 9,2 % im Berichtsjahr.

Der seit Jahren negative Finanzierungssaldo des Staates war 1999 deutlich kleiner (- 45,9 Mrd. DM) als im Vorjahr (– 64,5 Mrd. DM). Damit unterschritt die Defizitquote mit 1,2 % den Referenzwert des Maastrichtvertrages (3 %) noch deutlicher als 1998 (1,7 %) und 1997 (2,6 %).

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